Das PRORA-ZENTRUM
Bildung – Dokumentation – Forschung

bietet umfassende Informationen zur NS- und DDR-Geschichte der Anlage in Prora.
Das Zentrum wurde 2001 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung, die durch das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert wird.
Neben den Dauer- und Sonderausstellungen zur NS- und DDR-Geschichte bietet das PRORA-ZENTRUM vielfältige Bildungsformate für unterschiedliche Altersgruppen und ist in der Forschung zur Historie der Anlage tätig.

!! Bitte beachten Sie, dass unsere neue Websiete sich noch im Aufbau befindet !!

Anfahrt, Öffnungszeiten und Eintritt

Das PRORA-ZENTRUM befindet sich in der Mukraner Straße 12 in 18609 Binz, Ortsteil Prora. Unsere Ausstellung befindet sich im Gebäude an der Zufahrt zum Gelände der Jugendherberge im Norden Proras. Von der Hauptstraße L29 kommend, nehmen Sie die Abfahrt Prora-Nord und folgen der Ausschilderung nach links zur Jugendherberge Prora. Parkplätze stehen auf dem Gelände zur Verfügung.

Der Eintrittspreis für die Ausstellung beträgt für Erwachsene 4,- Euro und für Jugendliche (12 bis 17 Jahre) 3,- Euro. Für Kinder unter 12 Jahren ist der Eintritt frei. Für Familien bieten wir ein günstiges Familienticket für 12,- Euro an.

Die Ausstellung ist von Mai bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr und von November bis April jeweils
Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Rundgänge und Veranstaltungen

BesucherInnen haben die Möglichkeit, an geführten Geländerundgängen teilzunehmen, welche die NS- und DDR-Geschichte der Anlage anschaulich vermitteln. Diese finden von April bis Oktober jeweils Dienstag und Donnerstag um 10 und 14 Uhr statt. Für Gruppen ab sechs Personen sind nach vorheriger Anmeldung ganzjährig Rundgänge möglich. Auf Wunsch bieten wir in der Ausstellung auch Filmvorführungen an, zusätzlich stehen der Buchverkauf und eine kleine Mal-Ecke für die jungen Gäste zur Verfügung.

Von Mai bis Oktober bietet das PRORA-ZENTRUM regelmäßig Veranstaltungen wie Vorträge, Filmvorführungen und Aktionstage an.

Unser Flyer als PDF

Die Geschichte(n) Proras entdecken

Erfahren Sie mehr über unsere Dauer-, Sonder- und Außenaustellungen in Prora.

Prora- Mehr als nur ein schöner Strand

Die Ausstellung „Prora – mehr als nur ein schöner Strand“ wurde im Rahmen eines Projekts mit SchülerInnen des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Bergen erarbeitet. Sie gibt einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der Anlage in Prora in der NS-Zeit und zur Nutzungsgeschichte während des Zweiten Weltkrieges. Darüber hinaus wird auch auf das Phänomen des Bäder-Antisemitismus und die Arisierung des Kurhauses Binz eingegangen.

Prora nach 1945

Die kleine Ausstellung „Prora nach 1945“ dokumentiert die Nachkriegsgeschichte Proras und den Wandel zu einem der größten Militärstandorte in der DDR-Zeit. Die Entwicklung innerhalb der fast 40-jährigen Nutzungsgeschichte wird beleuchtet.

Opposition und Widerstand – Bausoldaten in Prora 1964-1989/90

Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Bausoldaten, der Waffendienstverweigerer in der NVA, die in der Zeit von 1964-1989/90 in Prora stationiert waren. Ab 1982 entwickelte sich Prora zum größten Bausoldatenstandort der DDR. In der Ausstellung stehen neben Fotos, Texten und Exponaten auch Hör- und Videosequenzen aus Interviews mit ehemaligen Bausoldaten zur Verfügung. Die im Jahr 2014 erarbeitete Präsentation basiert auf den Forschungserkenntnissen des PRORA-ZENTRUMs. In mehreren Forschungs- und Interviewprojekten [Link] wurde hierfür mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur [Link] und der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR [Link] die Geschichte der Bausoldaten am Standort Prora untersucht.

2017 zeigt das PRORA-ZENTRUM vier Sonderausstellungen zur NS- und DDR-Geschichte

12.06. – 3.11.: Das „KdF-Seebad Rügen“ – Fotografien aus der Planungs- und Bauphase (1935 – 1938)

Die Ausstellung zeigt Fotografien aus dem Kölner Archiv Wim Cox, aufgenommen von Hugo Schmölz und Karl Hugo Schmölz. Sie begleiteten den Architekten des KdF-Seebads, Clemens Klotz, im Planungs- und Bauprozess und dokumentierten diese. Die Fotos werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Das PRORA-ZENTRUM bietet im Präsentationszeitraum Führungen in der Fotoausstellung an.

11.01. bis 21.04.: Die nationalsozialistischen „Euthanasie“ – Morde

(Ausstellung des Gedenk- und Informationsortes Tiergartenstr. 4 in Berlin)
In zehn Kapiteln werden die Vorgeschichte, die Voraussetzungen und die Durchführung der Patientenmorde im NS-Staat aufgezeigt. Zehn lebensgeschichtliche Skizzen von Opfern der Patientenmorde verdeutlichen die individuelle Dimension der Verbrechen.

24.04. bis 7.06.: Der Kalte Krieg. Ursachen – Geschichte – Folgen

(Ausstellung des Berliner Kollegs Kalter Krieg und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
Die Ausstellung zeigt über 160 zeithistorische Fotos und Dokumente. Zusätzlich sind QR-Codes integriert, die zu Filmdokumenten im Internet verlinken. Mit diesen Materialien wird die Ausstellung zu einem Panorama des Kalten Krieges, der als globale Systemkonkurrenz die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte.

09.11. – 09.03.2018: „Deutschland muss leben, deshalb muss Hitler fallen!“ Die weltweite Bewegung „Freies Deutschland“ 1943 – 1945

(Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Kooperation mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund deutscher Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA))
Die Ausstellung dokumentiert die Aktivitäten deutscher EmigrantInnen, die sich aus dem Exil für die Befreiung Deutschlands von den Nationalsozialisten einsetzten.

Unter dem Namen „Zeitsplitter“ arbeitet das PRORA-ZENTRUM in Kooperation mit dem Förderkreis Bausoldaten e.V. seit dem Jahr 2014 an einer Außenausstellung. „Zeitsplitter“ sind markante Punkte auf dem Gelände in Prora, die an die militärische Nutzung der Anlage zu DDR-Zeiten erinnern sollen. Beide Vereine wollen diese „Zeitsplitter“ auf dem Areal sichtbar machen und damit sowohl die Authentizität des Ortes unterstreichen als auch die DDR-Geschichte Proras stärker verankern.
Drei „Zeitsplitter“ konnten bisher installiert werden, weitere sollen folgen.

Zeitsplitter 1: Die Arrestzelle

Die Stele für den ersten Zeitsplitter befindet sich neben dem derzeitigen Ausstellungsgebäude des PRORA-ZENTRUMs an der Zufahrtsschranke zum Gelände der Jugendherberge. Zu DDR-Zeiten war dieses Gebäude der so genannte Kontrolldurchlass, in dem sich auch mehrere Arrestzellen befanden. Die Stele erläutert den Militärstrafvollzug, ein Sichtfenster im Gebäude gewährt den Blick in eine im Original erhaltene Arrestzelle.

Zeitsplitter 2: Die Erläuterungstafel an der heutigen Mehrzweckhalle

An der ehemaligen Turnhalle des Militärstandortes Prora (heute Mehrzweckhalle der Jugendherberge Prora) wurde 2014 eine Tafel angebracht, die eine bereits bestehende Gedenktafel ergänzt und auf die Geschichte der Bausoldaten in Prora hinweist. Beide Tafeln erinnern daran, dass in den 80er Jahren in der Halle durch die Bausoldaten die Gelöbnisse gesprochen werden mussten, die diese anstelle des Fahneneides der regulären NVA-Soldaten zu leisten hatten.

Zeitsplitter 3: Erinnerungstafel an der Winterlinde

Auf der Grünfläche neben dem ehemaligen Kontrolldurchlass zum Militärgelände in Prora, in dem sich heute das PRORA-ZENTRUM befindet, pflanzte im Oktober 2016 eine Gruppe ehemaliger Bausoldaten der Jahrgänge 1986/1987 einen Baum in Erinnerung an alle in Prora stationierten Bausoldaten.