Forschung: Bausoldaten, NS-Zeit, Jüd. Leben/Region


Das PRORA-ZENTRUM ist ein gemeinnütziger Verein, der im Rahmen seiner historisch-politischen Bildungsarbeit wissenschaftliche Forschungsarbeit betreibt. Bildungsangebote, welche sich an Jugendliche und Erwachsene richten, werden individuell auf die Gruppen zugeschnitten und bedürfen ständiger Forschung, die in Archiven, Bibliotheken, aber auch mit Hilfe von Zeitzeugen betrieben wird. Auch für die geplante neue Dauerausstellung zur NS- und DDR-Geschichte des Vereins ist ständige Forschungsarbeit, insbesondere in Bezug auf die Geschichte des Militärstandortes Prora in der SBZ- und DDR-Zeit, notwendig.
Thematische Schwerpunkte für die Bildungsarbeit sind unter anderem die Geschichte der so genannten Bausoldaten in Prora zur DDR-Zeit, der Regionalgeschichte während der NS-Zeit in Prora, auf Rügen und in Mecklenburg-Vorpommern sowie das jüdische Leben in der Region über die Jahrhunderte.

Mitglied des Fachbeirates ist unter anderen (siehe auch: "Der Verein") Stephan Schack, der 1984-85 Bausoldat in Prora war. Heute ist Stephan Schack freiberuflicher Trainer, Berater und Coach sowie Vorsitzender des Förderkreises Bausoldaten Prora. Seine beruflichen Themenfelder sind: Demokratie - Interkultur - Partizipation. Veröffentlichungen zum Thema Bausoldaten: Uwe Koch / Stephan Eschler (geb. Schack), Zähne hoch - Kopf zusammenbeißen. Dokumente zur Wehrdienstverweigerung in der DDR 1962-1990. Scheunen-Verlag, Kückershagen 1994; Stephan Eschler (geb. Schack), Staatsdienst im Zeichen des goldenen Spatens. In: Bald / Prüfert (Hrsg.), Vom Krieg zur Militärreform. Zur Debatte um Leitbilder in der Bundeswehr und Nationaler Volksarmee, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1997.

Sie sind Zeitzeuge, möchten Ihre Geschichte erzählen, besitzen historische Dokumente und Erinnerungsstücke und würden diese zu Forschungszwecken zur Verfügung stellen? Dann melden Sie sich bei uns, wir würden uns sehr freuen! (siehe: "Kontakt- Wir über uns")

► Für kurze Informationen zu den Themen, bitte scrollen:

Bausoldaten

In den 80er Jahren waren mehrere tausend Bausoldaten, die Waffendienstverweigerer der DDR, im Block 5 im Norden von Prora stationiert, um beim Bau des Eisenbahnfährhafens in Mukran eingesetzt zu werden. Das PRORA-ZENTRUM ist interessiert, Kontakte zu ehemaligen Bausoldaten aufzubauen, um mehr über das Leben der Zeitzeugen, die Erlebnisse, die Erfahrungen und die heutige Sichtweise in seine Bildungsarbeit einfließen zu lassen zu können. Wenn Sie in Prora als Bausoldat gedient haben, fühlen Sie sich bitte angesprochen und treten Sie mit uns in Kontakt, wir würden uns sehr freuen! (Abb.: Der ehemalige Bausoldat M. Bosch im Gespräch mit Besuchern der Ausstellung "Graben für den Frieden? 

NS-Zeit

Das ehemalige „KdF- Seebad Rügen“ ist eine der größten NS-Hinterlassenschaften der NS-Zeit. Trotz umfangreicher Forschung gibt es noch immer einen Bedarf an zusätzlichen Quellen, wie Fotomaterial, Dokumenten oder anderen Erinnerungsstücken. Lebensgeschichten oder -berichte aus erster oder zweiter Hand sind besonders wertvoll. Waren Sie, oder Familienangehörige, früher in Prora, zum Beispiel während der Bauphase? Haben Sie vielleicht noch Fotos oder Tageszeitungen von damals? Da in Prora auch Zwangsarbeiter stationiert waren, sind wir ebenfalls an Berichten und Dokumenten zu diesem Thema interessiert. Möglicherweise können Sie auch über die Ausbildung der Polizeibataillone oder der Nachrichtenhelferinnen zusätzliche Informationen geben. Treten Sie mit uns in Kontakt, wir freuen uns sehr!

Jüdisches Leben

Um die Forschung zum jüdischen Leben in der Region auszuweiten, beschäftigt sich das PZ mit der NS-Zeit  sowie mit der Zeit davor und danach. Zu diesem Thema suchen wir ebenfalls Zeitzeugen. Wir würden uns über alle, auch weniger umfangreichen Informationen, Fotos oder andere Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus oder aus der Zeit der DDR freuen. Bei Interesse treten Sie bitte mit uns in Kontakt!

Abb.: Stolpersteine auf der Prommenade vor dem Kurhaus Binz für die vier ehemaligen jüdischen Besitzer: Adalbert Bela Kaba-Klein, Armin Reichard, Eugen Reichard und Abraham Lemo. Verlegt durch das PRORA-ZENTRUM am 3. August 2012 mit dem Künstler Gunter Demnig mit Unterstützung der Evangelischen Gemeinde Binz, der Jüdischen Gemeinde Schwerin, der Gemeinde Binz, des Kurhauses Binz und vielen anderen. 2007 verlegte der Verein in Bergen am Markt 19 mit Unterstützung der Stadt Bergen zwei Stolpersteine für den ehemaligen Kaufmann Albert Noack und seine Schwester Ida Noack.